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Methoden-Seminare des DNVF e.V. am 3. und 4. Mai 2010 in Köln

Das DNVF bietet am 3. und 4. Mai 2010 in Köln folgende Methoden-Seminare an:

Montag, den 03.05.2010, von 13.30-17.30 Uhr

  • Seminar „Lebensqualität als Methode und Gegenstand der Versorgungsforschung“
  • Seminar „Methoden von Registern für die Versorgungsforschung“

Dienstag, den 04.05.2010, von 9.00-13.00 Uhr

  • Seminar „Methoden der epidemiologischen Versorgungsforschung“
  • Seminar „Methoden der organisationsbezogenen Versorgungsforschung“
  • Seminar „Methoden zur Bewertung gesundheitsökonomischer Evaluationen im Rahmen der Versorgungsforschung“

Ort: Technologiepark Köln, Joseph-Lammerting-Allee 17-21, 50933 Köln (Anfahrt)

Teilnahmegebühren pro Seminar

  • Reguläre Teilnahmegebühr: 240€
  • Ermäßigte TN-Gebühr für Mitarbeiter an (Fach-)Hochschulen, Universitäten: 100€
  • Ermäßigte TN-Gebühr für Studierende: 50€

Anmeldung:

Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass alle Seminare auch im Rahmen des diesjährigen Deutschen Kongress für Versorgungsforschung als Pre-Conference-Seminare angeboten werden, s. www.dkvf2010.de

Seminare

Seminar „Lebensqualität als Methode und Gegenstand der Versorgungsforschung“

Referenten:
Prof. Dr. Michael Koller, Zentrum für Klinische Studien der Uniklinik Regensburg
Susanne Ebrahim, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln
Matthias Gustke, Uniklinik Freiburg
Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, Tumorzentrum der Uniklinik Regensburg

Lebensqualität wird innerhalb der Medizin, Psychologie und anderen Gesundheitswissenschaften als Maß zur Bewertung von Gesundheitszielen (Outcomes) betrachtet, wobei es von entscheidender Bedeutung ist, dass Patienten selbst Auskunft über ihren Zustand geben.
Lebensqualität ist ein mehrdimensionales Konstrukt und umfasst die subjektive Befindlichkeit
und das Handlungsvermögen im somatischen, im psychischen und im sozialen Bereich.
Der interdisziplinäre Ansatz der Versorgungsforschung mit seinem weiten Aufgabenfeld auf
der einen, und die Lebensqualitätsforschung mit ihren Modellen und Methoden auf der anderen Seite, bietet ein hervorragendes Potential für Synergien. Die Integration von Lebensqualität in die Versorgungsforschung verspricht, die Diskussion über die Ziele der Gesundheitsversorgung und die Werte in unserem Gesundheitssystem in konstruktiver, kritischer und nachhaltiger Weise zu beeinflussen.
Das Seminar bietet Interessierten eine fundierte Einführung in das Gebiet, mit Referaten zu den Themen Bedeutung und Definition, Methoden der Lebensqualitätsforschung, Fragebogenauswahl, Anwendungsbeispiele, Therapie von LQ-Defiziten, Interpretation und Checklisten für Berichte.

Seminar „Methoden von Registern für die Versorgungsforschung“

Referenten:
Prof. Dr. E.A.M. Neugebauer, Institut für Forschung in der Operativen Medizin, Universität Witten/Herdecke
Joachim Kieschke, Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen
Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, Kooperationsverbund Qualitätssicherung durch Klinische Krebsregister, Berlin
Prof. Jürgen Stausberg, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Infolge der gestiegenen Anforderungen der Versorgungsforschung haben Register in den vergangenen Jahren einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Neben den seit langer Zeit etablierten epidemiologischen Registern werden zunehmend auch klinische Registern mit zum Teil sehr variabler Methodik und Zielsetzung durchgeführt. Das Ziel der AG Register besteht darin, Standards für die zukünftige Erstellung und Bewertung von Registern zu erarbeiten. Zu diesem Zweck wurde von der AG ein Memorandum „Register für die Versorgungsforschung“ verfasst. Die hiermit von der AG erarbeiteten Standards orientieren sich daran, welche wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Qualitätskriterien einem Register zugrunde liegen sollten, was bei der Planung und beim Design eines Registers beachtet werden sollte und welche Strategien sich zur Auswertung eines Registers anbieten.

Zielgruppe des Seminars sind einerseits Experten und Institutionen, die sich mit der Konzeption von Registern befassen sowie andererseits Wissenschaftler, die beabsichtigen, Daten eines Registers zu nutzen und hierfür eine qualitative Bewertung vornehmen wollen.

Inhaltlich sollen in dem Seminar die Ergebnisse des Memorandums anhand folgender Fragen vorgestellt und diskutiert werden:

- Welchen Fragen können zukünftig mit dem Konzept eines Registers bearbeitet werden und welche Chancen liegen darin für die Versorgungsforschung?
­- Welche wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Qualitätskriterien sollten einem Register zugrunde liegen?
­- Was sollte bei der Planung und beim Design eines Registers beachtet werden?
­- Welche Strategien bieten sich zur Auswertung eines Registers an?

Diese und andere in Zusammenhang mit Registern auftauchende Fragen werden behandelt. Zur Eigenkontrolle bei der Konzipierung eines Registers, aber auch zur summativen Evaluation bestehender Register wurde als Quintessenz des Memorandums eine Checkliste erstellt, die am Beginn der Veranstaltung vorgestellt wird. Anschließend erfolgt eine Beschreibung der für die Planung und Durchführung eines Registers notwendigen Schritte.

Der theoretischen Grundlage folgt eine Präsentation aus dem Bereich aktueller klinischer und epidemiologischer Krebsregister. Hiermit sollen die Erfordernisse von Registern, deren Möglichkeiten und Grenzen sowie praktische Probleme bei der Durchführung exemplarisch dargestellt werden.

Seminar „Methoden der epidemiologischen Versorgungsforschung“

Referent:
Prof. Dr. Gerd Glaeske, Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen

Zu den Methoden der Versorgungsforschung gibt es seit langem intensive Diskussionen. Die Versorgungsforschung versteht sich als interdisziplinäres Forschungsfeld und greift auf Theorien und Methoden der beteiligten Disziplinen zurück. Dazu bedarf es keiner speziellen Forschungsmethodik, sondern Versorgungsforschung definiert sich primär über ihre Fragestellungen. Um valide Aussagen zu generieren, müssen solche Studien mittels angemessener Methodik durchgeführt werden: Methodisch schlechte Studien werden nicht dadurch besser, dass sie als Versorgungsforschung „verkauft“ werden. Spezifische Fragen der Versorgungsforschung allerdings können den Zugang zu speziellen Datenkörpern notwendig machen. Hier sind vor allem Routine- sowie Registerdaten zu nennen. Im Rahmen des Seminars sollen zunächst methodische Grundlagen diskutiert werden. Anschließend werden praktische Beispiele sowie mögliche Fallstricke unter besonderer Berücksichtigung von Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt.

Seminar „Methoden der organisationsbezogenen Versorgungsforschung“

Referenten:
Prof. Dr. Holger Pfaff, IMVR - Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabiliationswissenschaft der Humanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln
Prof. Dr. Markus Wirtz, Institut für Psychologie der Pädagogischen Hochschule Freiburg

Im Rahmen der Veranstaltung werden methodische Standards für aussagekräftige empirische Studien im Bereich der organisationsbezogenen Versorgungsforschung behandelt. Hierbei wird dargestellt, welche Fragestellungen, Studiendesigns und Datenauswertungsmethoden im Bereich der organisationsbezogenen Versorgungsforschung von besonderer Bedeutung sind. Es wird betont, dass sowohl eine sehr gute Kenntnis der wissenschaftlichen Erkenntnis als auch der Strukturen und Prozesse in der der Praxis die Basis für einen maximalen Nutzen von Forschungsbefunden bilden. Des Weiteren müssen formative und summative Evaluationsstrategien sowie qualitative und quantitative Forschungsmethoden zum Einsatz kommen, um (a) einen maximalen Erkenntnisgewinn gewährleisten zu können und (b) die Frage der Implementation der aus den Studienbefunden abgeleiteten Maßnahmen optimal beantworten zu können. Für alle in der Veranstaltung behandelten Aspekte wird an Beispielen demonstriert, welche methodischen Besonderheiten bei der organisationsbezogenen Versorgungsforschung im Vergleich zu klassischen Evaluationsmethoden berücksichtigt werden müssen.

Seminar „Methoden zur Bewertung gesundheitsökonomischer Evaluationen im Rahmen der Versorgungsforschung“

Moderation:
Dr. Dr. Andrea Icks, Deutsches Diabetes Zentrum, Uniklinik Düsseldorf
Referenten:
Charalabos-Markos Dintsios, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln
Dr. Andreas Gerber, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln
Anne Prenzler, Leibniz Universität Hannover
PD Dr. Stephanie Stock, IGKE – Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Uniklinik Köln

Gesundheitsökonomische Analysen gewinnen auch in der Versorgungsforschung zunehmend an Bedeutung. Um eine fundierte Diskussion über deren Ergebnisse führen zu können, ist ein Verständnis zentraler Aspekte gesundheitsökonomischer Evaluationen unerlässlich.

Im Rahmen des angebotenen Seminars werden nach einer kurzen Einführung in die Gesundheitsökonomie die zentralen Begriffe sowie Studienformen der gesundheits¬ökonomischen Evaluation erläutert. Im Weiteren werden die Grundprinzipien von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen sowie Instrumente zur Bewertung von gesundheitsökonomischen Evaluationen diskutiert. Anschließend werden ausgewählte gesundheitsökonomische Publikationen, die explizit versorgungswissenschaftliche Analysen zum Gegenstand haben, systematisch analysiert und anhand der zuvor vorgestellten Instrumente bewertet. Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmenden fundiertes Wissen über gesundheitsökonomische Evaluationen zu vermitteln und deren Vorteile aufzuzeigen, jedoch gleichzeitig für die Grenzen der Methodik zu sensibilisieren.

Das Seminar richtet sich an interessierte Personen, die sich entweder näher mit der Gesundheitsökonomie im Rahmen der Versorgungsforschung beschäftigen wollen oder sich explizit mit der Bewertung von gesundheitsökonomischen Studien auseinandersetzen möchten.